In Chhattisgarh verändert die Anerkennung der Community Forest Resource Rights (CFRR) grundlegend, wie Stammesgemeinschaften mit ihren Wäldern umgehen. Für Dörfer, die in Schutzgebieten liegen, bedeuten diese Rechte mehr als nur wirtschaftliche Erleichterung.
Sie sind ein entscheidender Schritt, um die Kontrolle über Land und Ressourcen zurückzugewinnen, die die Gemeinschaften seit Generationen bewahrt haben.
Dörfer gehen voran, Wälder blühen auf
Das Dorf Amaad, im Kern des Udanti-Sitanadi-Tigerreservats gelegen, erhielt 2023 CFRR für 1.517 Hektar Wald. Nach fast zehn Jahren Einsatz gründeten die Dorfbewohner ein elfköpfiges Komitee, das die Waldschutzmaßnahmen überwacht.
Die Gruppe führte Patrouillen, Brandschutzsysteme und Wasserschutzbauten wie Blocksteinwehre ein.
Seit Beginn ihrer Maßnahmen sind Waldbrände vollständig ausgeblieben. Eine aktuelle Waldinventur zeigte einen reichen Bestand an Mahua, Sal und Teak, was den ökologischen und ökonomischen Wert des Waldes unterstreicht.
Im Dorf Kamepur wurden 2021 CFRR anerkannt, womit sich ihre Rechte auf 3.304 Hektar ausdehnten. Zuvor durften sie das Gebiet lediglich als Weideland nutzen, jetzt verwalten und ernten sie selbst die Waldprodukte.
Mahua, Bhilwa, Wildpilze, Tendu-Blätter und Amla machen den Großteil des Haushaltseinkommens aus und bringen vielen Familien bis zu 70 Prozent ihres Verdienstes. Mit dem stetigen Einkommen aus Waldprodukten ist die Notwendigkeit saisonaler Arbeitsmigration entfallen.
Doch über die wirtschaftliche Wirkung hinaus hat CFRR den Gemeinschaften Stolz und Selbstbestimmung zurückgegeben. Die Dorfbewohner feiern jetzt Republik- und Unabhängigkeitstag im Wald – ein Symbol für ein tiefer empfundenes Freiheitsgefühl.
Anführer beider Dörfer berichten, dass die eigenständige Waldverwaltung ihr Selbstbewusstsein und ihre Bindung an die Umwelt gestärkt hat.
Das CFRR-Modell ist inzwischen in über 120 Distrikten Indiens aktiv. Fachleute sehen in der Übertragung der Waldverantwortung an die Gram Sabhas eine Chance, ökologische Regeneration zu fördern und zugleich lokale Wirtschaft und kulturelle Identität zu erneuern.
Die Erfahrungen aus Amaad und Kamepur zeigen: Wenn Gemeinden ihre Wälder selbst verwalten dürfen, schützen sie sie nicht nur, sondern gestalten auch eine unabhängigere und hoffnungsvollere Zukunft.